RKB 219

rkb219
 
Eckdaten / technische Daten:
Betriebs-Nr./Name Hersteller Fabriknr. Baujahr Gattung ehemalige Heimatbahnen
 RKB 219 Beuchelt & Co.,
Grünberg in Schlesien
  1908 Ow
  • Regenwalder Kleinbahnen AG?
  • PKP
Status: betriebsbereit
Länge über Puffer: 6.700 mm Rahmenlänge: 5.800 mm
Achsstand: 3.500 mm    
Achsstand im Drehgestell: -- Drehzapfenabstand: --
Sitzplätze 2. Klasse -- Sitzplätze 3. Klasse --
Leergewicht: 3.940 kg Ladegewicht: 7.500 kg
    Tragfähigkeit: 7.850 kg
Ladelänge: 5.200 mm Ladefläche: 12,2 m²
Bremsen: Spindelbremse      
Festhaltekraft Handbr. -- Bremsgewicht: --
Heizung: --      
Besondere Einrichtungen:  
 
Informationen zu diesem Fahrzeug:

Eine Hauptaufgabe für viele Kleinbahnen war der Transport landwirtschaftlicher Güter wie Kartoffeln und Zuckerrüben. Bei den meterspurigen Bahnen von Lenz & Co. in Pommern waren u.a. Zuckerfabriken in Barth, Stralsund und Greifenberg sowie eine Kartoffelstärkefabrik in Labes direkt angeschlossen. Hinzu kam der Kohlentransport für Ortschaften und Betriebe und, je nach Bahn, der Transport von Sand, Kies oder Kalk aus angeschlossenen Gruben. Aus diesem Grund waren offene Güterwagen für den Massenguttransport auch die Fahrzeuggattung mit den meisten Exemplaren. Die Pommerschen Landesbahnen übernahmen von den 5 meterspurigen Kleinbahnen in Pommern die beachtliche Anzahl von 691 offenen Güterwagen.

Die zweiachsigen O-Wagen von Lenz & Co hatten ein einheitliches Ladegewicht von 7,5 Tonnen. Dies passte zum leichten Oberbau (maximale Radlast 3,5 Tonnen). Beim Umladen passten 2 schmalspurige O-Wagen genau zu einem normalspurigen O- Wagen mit damals üblichen 15 Tonnen Ladegewicht. Die ersten Lieferungen 1894 an die Franzburger und die Saatziger Kleinbahnen hatten einen Radstand von nur 2,60 m; bei der Erstausstattung 1895 für die Kolberger Kleinbahnen wurde ein Radstand von 3,20 m gewählt. Schon bald ging Lenz & Co auf einen Radstand von 3,50 m über.

Bis 1914 wurden von diesem „Einheitstyp“ an die 450 Wagen beschafft. Lieferant war entweder die Fabrik für Brückenbau und Eisenkonstruktionen, Waggonbauanstalt, BEUCHELT & Co, GRÜNBERG in SCHLESIEN oder, mit einem kleineren Lieferanteil, die AG zur Fabrikation von Eisenbahnmaterial zu Görlitz. Die Hauptabmessungen der Wagen beider Waggonfabriken sind gleich und die Wagen lassen sich nur durch geringe Unterschiede bei der konstruktiven Gestaltung des Rahmens unterscheiden. Die gebremsten Wagen waren wahlweise mit einer konventionellen Spindelbremse oder einer Gewichtsbremse ausgestattet. Über 30 baugleiche O-Wagen gingen auch an die Lenz & Co Tochter „Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft“ im Rheinland und fuhren auf den Kreisbahnen in Bergheim und Euskirchen.

Der vorliegende Wagen wurde 2010 im Bahnhof Gryfice (Greifenberg) vorgefunden. Seine Betriebsnummer bei der polnischen Staatsbahn war PKP 00-07 542 0766-0 Wh. Zusätzlich war zuletzt auch eine Inventar- Nummer PKP 291/01 K angeschrieben;,die ursprüngliche Betriebsnummer zu Kleinbahnzeiten ist leider unbekannt. Der Wagen stimmt mit einer Genehmigungszeichnung überein, die Beuchelt & Co. 1906 für die Regenwalder Kleinbahnen angefertigt hat. Deshalb wurde die Nummer des ersten an die RKB gelieferten gebremsten Wagen dieser Reihe (RKB 219 mit Baujahr 1908) als Betriebsnummer gewählt. Die Aufarbeitung des Wagens wurde 2015 begonnen und im Juli 2017 beendet. 3 weitere von Beuchelt gebaute Schwesterfahrzeuge – der gebremste RKB 220 und die ungebremsten RKB 223 und RKB 224 – befinden sich auch in der Sammlung.

 
Lebenslauf:
 
Galerie:
 
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